Für Schulleiterinnen und Schulleiter

KI-Regeln

Die beiden Poster sind ein Baustein, keine fertige Nutzungsordnung. Sie liefern das Herzstück – ein Ampelsystem, das im Unterrichtsalltag funktioniert. Den Rahmen darum herum muss Ihre Schule schriftlich fixieren und beschließen, sonst ist die Regel im Zweifelsfall nicht durchsetzbar.

Von N. Dass unter CC BY-NC-SA 4.0. Sie dürfen die Poster drucken, weitergeben und anpassen – mit Quellenangabe, nicht kommerziell, unter derselben Lizenz.
Konkret heißt das: Schulname ergänzen, die bei Ihnen freigegebenen Werkzeuge eintragen oder Formulierungen an Ihre Nutzungsordnung angleichen.

Was eine KI-Nutzungsordnung regeln muss

Sechs Bausteine, die in keiner Ordnung fehlen sollten.

Geltungsbereich und Adressaten

Für wen gilt die Ordnung – Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Verwaltung? Und wo gilt sie: im Unterricht, bei Hausaufgaben, in Leistungsnachweisen?

Zugelassene Werkzeuge und Konten

Benennen Sie die an Ihrer Schule freigegebenen Werkzeuge namentlich. Eine Ordnung, die nur „KI-Tools“ sagt, lässt jede Einzelfrage offen.

Das Ampelsystem als Kern

Die drei Stufen – ohne KI, KI als Hilfe, KI als Werkzeug – geben der Ordnung ihre Alltagstauglichkeit. Sie übersetzen abstrakte Regeln in eine Kennzeichnung an der einzelnen Aufgabe.

Kennzeichnung und Dokumentation

Legen Sie fest, ab welcher Stufe die KI-Nutzung anzugeben ist und in welcher Form. Transparenz über die Nutzung ist der Punkt, an dem schulische Regelungen ansetzen sollten.1

Personenbezogene und sensible Daten

Halten Sie ausdrücklich fest, dass keine personenbezogenen oder sensiblen Daten in KI-Werkzeuge eingegeben werden und welche vertraglichen Grundlagen für die freigegebenen Werkzeuge bestehen.2

Verstöße, Zuständigkeiten, Fortschreibung

Wer entscheidet im Zweifelsfall, was passiert bei einem Verstoß, und wann wird die Ordnung überprüft? Ohne benannte Zuständigkeit bleibt die Regel Papier.

Die freigegebenen Werkzeuge sortiert der Bereich KI-Tools nach Information, Funktionalität, Datenschutz und Kosten.

Der rechtliche Rahmen

Vier Punkte, die eine schulische Regelung berücksichtigen sollte.

Datenschutz

Personenbezogene und sensible Daten gehören nicht in allgemeine KI-Assistenten. Klären Sie für jedes freigegebene Werkzeug die vertragliche Grundlage und prüfen Sie, ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung erforderlich ist – am besten gemeinsam mit der oder dem Datenschutzbeauftragten.2

EU-KI-Verordnung

Die Verordnung nimmt auch Einrichtungen in die Pflicht, die KI-Systeme einsetzen: Die damit befassten Personen müssen über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Fortbildung ist damit kein freiwilliges Extra.3

Schulische Regelungen

Die Kultusministerkonferenz empfiehlt, den Umgang mit KI schulisch zu regeln und Transparenz über die Nutzung herzustellen – genau das leistet das Ampelsystem im Unterrichtsalltag.1

Altersgrenzen und Einwilligung

Viele Anbieter setzen ein Mindestalter; in Deutschland gilt für die Einwilligung in Dienste der Informationsgesellschaft die Altersgrenze von 16 Jahren. Bei Minderjährigen ist die Beteiligung der Erziehungsberechtigten zu klären.2

Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Vorgaben Ihres Bundeslandes und Ihrer Schulaufsicht.

In fünf Schritten einführen

Eine Nutzungsordnung entsteht nicht allein am Schreibtisch. Bewährt hat sich dieser Weg.

01

Bestandsaufnahme

Klären Sie zuerst, welche Werkzeuge an Ihrer Schule überhaupt freigegeben sind oder freigegeben werden sollen. Eine Orientierung dazu gibt KI-Tools.

02

Entwurf im kleinen Kreis

Formulieren Sie einen Entwurf mit wenigen Personen – Schulleitung, Medienbeauftragung, eine Lehrkraft je Stufe – und stimmen Sie ihn mit der oder dem Datenschutzbeauftragten ab.

03

Beteiligung und Beschluss

Binden Sie Gesamt- beziehungsweise Schulkonferenz sowie Eltern- und Schülervertretung ein. Eine beschlossene Ordnung trägt, eine verordnete wird umgangen.

04

Kommunikation und Einführung

Hängen Sie die Poster aus und führen Sie die Ampel im Unterricht ein – mit den Seiten für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler.

05

Fortschreibung

Setzen Sie einen festen Überprüfungstermin, mindestens einmal im Schuljahr, und binden Sie die Ordnung in Ihr Medien- beziehungsweise KI-Konzept ein – siehe KI-Konzepte.

Welche Kompetenzen hinter den Regeln stehen, zeigt der Bereich KI-Kompetenzen.